ALLENDORF (schä). Er ist Experte für ruhende Bälle beim FC Ederbergland: Neun Minuten vor Schluss zirkelte Oleg Schneider einen Eckball ins Netz des FC Cleeberg. Es war nicht irgendein Tor, sondern die Erlösung in einem intensiv geführten Spitzenspiel der Bezirksoberliga GI/MR, das die Gastgeber auf der "Beetwiese" auf eindrucksvolle Weise 2:1 gewannen. Mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang drei können sie dem spielfreien Wochenende nun gelassen entgegensehen.
Vielleicht war Oleg Schneider ebenso "bedient" wie einige seiner Mitspieler, als er den spielentscheidenden Eckball trat. Es hatte sich ein wenig Frust aufgestaut bei den Ederbergländern - nicht nur, weil Schneider kurz zuvor bei einem Freistoß, den Lerch ins Tor köpfte, zurückgepfiffen worden war und obendrein Gelb sah, weil der Ball nicht freigegeben war.
Frustrierend verlief vor allem die erste Halbzeit der Partie, die spielerisch nicht viel zu bieten hatte, aber von ihren intensiven Zweikämpfen
lebte. Ederbergland fand 45 Minuten nicht statt am gestrigen Nachmittag, weil der Tabellendritte zeigte, was ihn so stark macht: mannschaftliche Geschlossenheit, hinten die Räume eng machen und schnörkellos draufgehen. Entstehende Freiräume nutzten die Kicker aus dem Langgönser Stadtteil zudem
aus. Die Heimelf verlor wieder einmal im Aufbau den Ball und war hinten in Unterzahl. Pass nach draußen auf Baum, der sofort nach innen passt. David Pizini lenkte den Ball mit der Fußspitze ins lange Eck - Klasse
gemacht.
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"Wir sind überhaupt nicht im Spiel", bemerkte Wolfgang Werth immer wieder an der Seitenlinie.
Der FCE-Trainer und der sich engagiert einbringende Björn Zarges forderten die Spieler immer wieder auf, mehr dagegenzuhalten. Als Florian Schneider dann ein Zeichen setzen wollte, ging dieser Schuss nach hinten los. Nach dem Foul des FCE-Stürmers in recht aussichtsloser Situation an der Außenlinie setzte dann auch der junge Schiedsrichter Sebastian Fink vom TSV Hungen sein erstes Zeichen und zeigte sofort
Rot. Man darf aber die These aufstellen, dass dieser Platzverweis gar nicht so schlecht war für das Spiel der Einheimischen. "Plötzlich ging es besser, die Jungs hatten ein bisschen Wut im Bauch, haben weniger gegrübelt", stellte der Trainer fest. Und tatsächlich gaben die zuvor so sattelfesten Gäste das Spiel nach der Pause peu à peu aus der Hand; oder anders gesagt: Der FCE kaufte sich den Schneid wieder zurück - begünstigt von der entstandenen Gleichzahl an Spielern. Gästekapitän Kaiser hatte Gelb-Rot
gesehen. Auch in Überzahl hatte Cleeberg kein Interesse - oder nicht das Vermögen -, Offensivakzente zu setzen. Stattdessen machten die Ederbergländer Druck, fanden eine deutlich bessere Einstellung zu den Zweikämpfen und trauten sich auch mehr zu. Zu guter Letzt trug auch der Coach sein Scherflein dazu bei, dass diese Reifeprüfung noch erfolgreich bestritten wurde. Wolfgang Werth wechselte die beiden ein, die an beiden Toren großen Anteil hatten: Dennis Meyer machte sofort viel Betrieb und nahm das erste Gastgeschenk dankend an.
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Einen Rückpass überließ Cleebergs Libero Viehmann den Torhüter, doch der war gar nicht herausgekommen. Meyer spritzte dazwischen - 1:1 (66.). Die Zuschauer spürten, dass mehr geht, und nun war auch mehr Feuer drin, nicht nur wegen einiger umstrittener Entscheidungen. Nach einigen guten Torraumszenen erzwangen die Ederbergländer dann die Entscheidung durch Schneider. Oleg Heft, ebenfalls eingewechselt, irritierte dabei Keeper Dreihausen so, dass der Eckball direkt ins Netz ging (81.). "Da zeigt sich, was ein ausgeglichener Kader mit einer starken Bank wert ist", freute sich FCE-Trainer Werth.
FC Ederbergland: Seibel - Ernst, Möllmann, Wolf - Zarges, O. Schneider, Lerch, Citlak (61. Meyer), Tauchen - Wafa (61. Heft), F. Schneider
FC Cleeberg: Dreihausen - Viehmann - Schimpf, Roesel - Meywald, J. Kaiser, S. Kaiser, Römer, Baum (77.
Hoffmann) - Hanusch (67. Schmidt), Pizini.
SR: Fink (Hungen) - Z.: 150Tore: 0:1 Pizini (16.), 1:1 Meyer (66.), 2:1 O. Schneider (81.)
Rote Karte: F Schneider (E./31.)
Gelb-Rote Karte: S. Kaiser (75.)
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