ALLENDORF (schä). „So ein Spiel gegen so einen Gegner musst du gewinnen“, darin waren sich schon während des Landesliga-Mitte-Spiels am Samstag auf der „Beetwiese“ alle Anhänger des FC Ederbergland einig. Doch der Aufsteiger stellte nach 1:0-Führung und der Halbzeitpause das durchdachte Fußballspielen ein und musste am Ende gegen den Türkischen SV Wiesbaden mit einem Punkt leben, während der Gegner das 1:1 feierte. Trost für die Ederbergländer: Von den hinter ihnen platzierten Teams nutzte (noch) keines die Chance, den FCE zu überholen.
Die Vorzeichen standen gut, deutlich besser eigentlich für die Gastgeber als für ihre Gäste aus der Landeshauptstadt, die neben drei gesperrten Spielern vier Stammkräfte berufsbedingt nicht mitnehmen konnten. Obendrein kamen vier Akteure erst eine Viertelstunde vor Anpfiff im oberen Edertal an. Dagegen lief Ederbergland erstmals mit den wieder genesenen Oleg Schneider sowie Dennis Reitz und Dennis Meyer auf – die beste Formation, die man in dieser Saison bislang aufbieten konnte – allerdings nur auf dem Papier. Auf dem – trotz einiger Regentage – gut bespielbaren Platz allerdings nicht. 80 Prozent Leistungsvermögen hätten genügt – da waren sich hinterher viele beim warmen Kaffee im Vereinsheim einig. Doch diese Prozentzahl erreichten die meisten Ederbergländer am Samstag unterm Strich nicht. Dabei machte die erste Halbzeit durchaus Hoffnung auf wieder bessere Heimspiel-Zeiten. Der Ball lief über weite Strecken in den Reihen des FCE und auf das Tor von Gästekapitän Yilmaz, bereits nach fünf Minuten hatte die Minuskulisse von kaum 150 Zuschauern bereits drei gute Chancen registriert – 2:1 zugunsten der Gastgeber, bei denen Rabe mit Grippe fehlte, Lauer und Citlak auf der Bank blieben, während Florian Schneider nach längerer Zeit mal wieder in der Startelf stand.
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Der Mornshäuser stand in der 31. Minute am richtigen Fleck, als die Ederbergländer ihre beste Gelegenheit in die 1:0-Führung ummünzten. Die Abwehr des Türkischen SV war sozusagen „hintergangen“ worden, Marc Tauchen startete über rechts durch und passte mustergültig nach innen, wo Schneider am Fünfmeterraum einschob. 1:0 – ein Ergebnis, dass noch 30 Sekunden zuvor auch andersherum hätte zustande kommen können, ja müssen. Doch Gündüz hatte nach feinem Dribbling vor FCE-Keeper Casella zu lasch abgeschlossen. Wenig später machten sich bei Dennis Reitz wieder muskuläre Probleme im lange verletzten Knie bemerkbar, sodass Wolfgang Werth zum Wechsel gezwungen war. Obwohl er in Oleg Heft einen offensiven Spieler brachte, musste Ederberglands Coach nach der Pause mit ansehen, wie seine Mannschaft in der Offensive immer mehr abbaute. Nach gerade einmal sechs Minuten hatte sie die Führung aus der Hand gegeben. Nach einer „Kette von Fehlern“ (Werth) musste der zum Stürmer umgelernte Abwehrspieler Ferhat Gündüz am langen Pfosten nur noch einschieben. Es folgten 40 Minuten, die am Saisonende wohl zu den Top fünf der enttäuschendsten FCE-Auftritte zählen werden. Konnte man dem Aufsteiger bei den beiden Derbyniederlagen gegen Schröck und vor allem Marburg noch zugute halten, dass sie auf starke bzw. gut eingestellte Gegner getroffen war, so lassen sich die Aktionen gegen den ersatzgeschwächten Türkischen SV in keinem Punkt schön reden. Vorne fiel der Heimelf mit Ausnahme eines Schusses von Tauchen (56.) nichts ein, hinten brachte sie die Verantwortlichen an der Seitenlinie ein ums andere Mal in Rage. „Plötzlich haben wir eine fürchterliche Hektik gemacht, jeder wollte nach vorne und ein Tor machen“, hatte Trainer Werth schon früh erkannt, dass Taktik und Grundordnung im Spiel seiner Mannen nicht mehr vorhanden waren.
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Zehn Minuten vor Schluss setzte Möllmann mit einem 20-Meter-Schuss, den Yilmaz über die Latte lenkte, noch einmal ein Zeichen. Doch da die Türken sich immer mehr zutrauten und von einem zweiten Tor keinesfalls weiter entfernt waren als Ederbergland, war man auf Seiten des FCE bei aller Enttäuschung froh, wenigstens nicht das vier Heim-1:2 in Folge kassiert zu haben. „Es ist unbestritten, dass wir lange Zeit die stärkere Mannschaft waren. Doch wir haben uns selbst aus dem Spiel genommen“, beschrieb Werth nach Spielschluss seine Eindrücke.
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