von Dirk Schäfer
BATTENBERG. 1:2 – die Derbywoche in der Landesliga Mitte endete für die Fußballer des FC Ederbergland so, wie sie acht Tage zuvor begonnen hatte. Auch gegen den VfB Marburg zog der Aufsteiger knapp den kürzeren. Das gute Comeback von Dennis Reitz tröstete am Samstagnachmittag im „Entenpark“ nur wenig: Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff kam der K.o. gegen den beeindruckend stark aufspielenden VfB Marburg. Der Abstiegskampf, der ja eigentlich nie richtig beendet war, hat nun wieder richtig begonnen für die auf Platz 13 abgerutschten Allendorfer und Battenberger.
Hat da der zukünftige Oberliga-Aufsteiger gespielt? Der in Bestbesetzung angetretene Tabellenzweite aus Marburg war jedenfalls der stärkste Gegner des FCE im bisherigen Saisonverlauf, stellte sich zumindest als ernst zu nehmender Meisterschaftskandidat in Battenberg vor, wo viele der mehr als 300 Zuschauer sehr beeindruckt waren von Romeo Wendlers Mannschaft. Dass sie dennoch am Ende einem für die Moral der Heimelf wichtigen Punkt hinterher trauerten, lag an der mangelhaften Chancenverwertung der Gäste und zwei individuellen Fehlern, die bitter bestraft wurden. Ohne Übertreibung stellte Gastgeber-Coach Wolfgang Werth, der die gleiche Elf wie gegen Schröck aufbot, hinterher fest: „In der ersten halben Stunde hätten wir mit Pauken und Trompeten untergehen können.“
In der Tat sah das Publikum fulminante erste 25 Minuten, beginnend mit einer Gelben Karte gegen Mirko Gut nach bereits 21 Sekunden. Es blieb aber die einzige Verwarnung des fairen Bezirksderbys, mit dem 20-jährige Oberliga-Referee Karl Wiatrek vom VfL Witzenhausen keine Mühe hatte. Der Ex-Ederbergländer Gut, der sich nach einwöchiger Pause wieder fit meldete, und seine Teamkollegen brannten zunächst ein Offensiv-Feuerwerk ab.
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Ederbergland setzte auf seine bewährte Defensivtaktik, hatte aber dem temporeichen Spiel der „Schimmelreiter“, die aus der Viererkette heraus das Spiel schön breit machten, wenig entgegen zu setzen. Zu wenig jedenfalls, um Entlastung zu schaffen, was vor allem für die linke Abwehrseite galt, wo Frank Lauer erhebliche Probleme hatte. Bereits nach vier Minuten scheiterte Ingo Czyrzewski mit einem Drehschuss an FCE-Torsteher Sandro
Casella, der dieser Phase des Spiels seinen Stempel aufdrückte. Denn er musste weitere Male großes Können zeigen, etwa bei der dicksten Gelegenheit für den VfB, als er prächtig gegen den allein enteilten Czyrzewski parierte. Der quirlige Gästestürmer sollte sich bis zum Spielende den Kosenamen „Chancentod“ redlich verdient haben, sein Sturmkollege Saighani hatte aber mit einem Lattenschuss (12.) ebenfalls Pech. Als die Ederbergländer gegen Ende der ersten Hälfte allmählich mehr Land sahen, fiel doch noch das 0:1 – „zur richtigen Zeit“, wie VfB-Coach Wendler befand.
Schweizer bekam den Ball nicht weg, Jencik bediente Manuel Hermann, der mit sattem Rechtsschuss ins lange Eck traf. „Zu weit von den Leuten weg, überhaupt keine vernünftige Spieleröffnung“, fasste Trainer Werth den ersten Durchgang zusammen. Mit der zweiten Halbzeit begann dann auch endlich für Dennis Reitz die Landesliga-Saison. Nach beinahe zwei Jahren Pause feierte der 27-Jährige das ersehnte Comeback – und spielte, als hätte er nie gefehlt. Sofort passte es beim FCE besser im Mittelfeld. „Das war das Positive am Spiel, dass wir uns wieder reingekämpft haben nach der Pause. Alle wussten in der Kabine, dass es so nicht weitergehen konnte“, so Wolfgang Werth. Irgendwie wunderte es nicht, dass Rückkehrer Reitz den Ederbergländer Ausgleich einleitete.
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Seinen Pass hätte schon Willi Rabe fast verwertete, nach Katz’ Parade nutzte Alex Lerch den zweiten Versuch zum 1:1 nach knapp einer Stunde. Zu dieser Zeit war die Partie offen, da die Gäste von der Lahn nicht mehr sehr Pressing spielten und weniger Offensivszenen hatten. Zehn Minuten später meldeten sich die auch konditionell starken VfBler zurück, was auch mit Oleg Schneiders Auswechslung wegen einer Zerrung zu tun hatte. Allerdings taten die Gastgeber in den Zweikämpfen nicht genug, um die Gegenangriffe zu unterbinden. Marburg spielte sich wieder mehr Chancen heraus, Czyrzewski brachte aber erneut alleinstehend vor Casella den Ball nicht am FCE-Keeper vorbei (76.). Pech für den Ex-Marburger, dass ausgerechnet dann den Siegtreffer seiner früheren Kollegen ermöglichte. Steffen Rechner machte sich, begleitet von Michael Möllmann auf dem Weg zum Tor, Casella kam heraus, ohne allerdings durchzulaufen und einzugreifen. So umkurvte Rechner als lachender Dritter den Torhüter und schob zum 1:2 ein (85.). Eine Minute zuvor hatte Zarges noch das 2:1 auf der anderen Seite auf dem Fuß gehabt. Er hatte kein Fortune, wie auch die Bemühungen der Heimelf in den Schlussminuten. „Das hat uns sehr weh getan, der Punkt wäre für die Moral wichtig gewesen“, sagte ein geknickter Trainer Wolfgang Werth.
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