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    09.12.2007

Remis nach 97 Minuten
Fußball-Landesliga Mitte: Meyers Sonntagsschuss - Werths hoher Adrenalinspiegel


Von Thorsten Remsperger 

Unterliederbach. Das gestrige Nervenspiel in der Fußball-Landesliga Mitte zwischen dem VfB Unterliederbach und dem FC Ederbergland endete, wie es enden musste, mit einem Paukenschlag: Durch einen fulminanten Sonntagsschuss von Dennis Meyer in der siebten Minute der Nachspielzeit zum 2:2, haben die Fußballer des FCE, leidgeplagt durch einige Last-Minute-Gegentreffer, ein seltenes Erfolgserlebnis gefeiert. 


"Einige Liter an Adrenalin" habe ihn die Partie gekostet, sagte Wolfgang Werth, Trainer des FCE - und damit hatte er das Wechselbad der Gefühle beider Trainer noch vorsichtig beschrieben. Unterliederbachs Coach Atze Rompel hatte den Schluss der ersten Halbzeit gar nicht mehr miterlebt, weil er wutentbrannt in die Kabine marschiert war und bei Spielausschuss-Chef Ralf Zimmer lautstark Dampf abgelassen hatte. 
Zu diesem Zeitpunkt verhielt sich Werth noch zurückhaltend, war aber ständig mit Kopfschütteln beschäftigt. Der Grund: Überraschenderweise hatte sein Team die Partie dominiert, der bisherige Tabellendritte jedoch mit seinen beiden einzigen Torchancen für die 2:1-Pausenführung gesorgt. 



Der erste Angriff über Jens Herbert auf der linken Seite brachte gleich das 1:0 durch Felix Rottenau (18.), der Fernschuss des aufgerückten Alexander Wolf nach zu kurzer Kopfballabwehr mit Hilfe des linken Innenpfostens das 2:1 (44.). Was Rompel so aufregte, war das zögerliche Zweikampfverhalten der Gastgeber, das dem späteren Tausendsassa Meyer einen Innenpfosten-Schuss (10.), Kapitän Michael Möllmann das 1:1 per Traumtor aus 30 Metern genau in den linken Winkel (33.) und Dietrich Schweitzer die Chance mit dem Pausenpfiff ermöglichten, als er aus halb rechter Position haarscharf das Tor verfehlte (45.). 

Die Gäste legten nach dem Wechsel durch Marc Tauchen nach, gegen den Torwart Torsten Landgraf zwei Mal sein Können unter Beweis stellen musste (56., 61.), so dass Rompel zwischendurch abermals in den Kabinengang geflüchtet war. Jedoch verbesserte sich seine Laune im Anschluss, während nun bei Werth die Nerven blank lagen. 
Die nachlassenden Gäste sahen in Olaf Schmidt aus Hadamar keinen Verbündeten, unter anderem weil der Unparteiische neben den insgesamt sieben Verwarnungen in der fairen Partie noch FC-Spieler Oleg Schneider wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte zeigte (79.). 

Unterliederbach hätte in Überzahl alles klar machen müssen, doch versagten die Nerven.: Martin Jurkovics Versuch wurde nach einer weiten Freistoß-Flanke Döpfers von Björn Zarges vor der Linie geklärt (86.), und Matthias Frosch trat völlig freistehend in stark abseitsverdächtiger Position nach einer Houness-Flanke am Ball vorbei (90.). 

Werth, der nach Protesten vom Schiri hinter die Bande geschickt wurde, konnte sich mit dem Schiedsrichter doch noch ein wenig versöhnen. Anstatt der angezeigten fünf ließ Schmidt sieben Minuten länger spielen. "Es wäre aber auch unglaublich ärgerlich gewesen, wenn wir verloren hätten, weil wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren", meinte Werth.