Von Thorsten Remsperger
Kelsterbach. Wer sich gestern gegen einen Spaziergang in der Sonne und für den Abstiegskampf in der Landesliga Mitte entschied, wurde nicht enttäuscht. Es gab schon hochklassigere Fußballspiele als das 5:2 (2:1) von Viktoria Kelsterbach gegen den FC Ederbergland, aber selten eines, das von der ersten Minute an unterhaltsam war.
Gerade einmal 38 Sekunden waren nach dem Anpfiff vergangen, als der Unparteiische erneut forderte, den Ball in den Mittelkreis zu befördern. Mit ihrem ersten Angriff waren die Nordhessen in Führung gegangen, weil Oleg Schneider auf der rechten Seite Patrick Marscholl abgehängt und nach Björn Morpers Parade Dennis Meyer den Abpraller ins leere Tor geschossen hatte.
|
Das verlorene Laufduell des Kelsterbacher Liberos bedeutete den Auftakt für einen Nachmittag, an dem die Stürmer körperlich spritziger als ihre Gegenspieler wirkten. Das war in der 12. Minute wieder so, als Michael Möllmann nach einem Doppelpass von David Veith mit Sturmpartner Dominic Machado zu spät schaltete und den enteilten Veith nur noch mit einer Notbremse stoppen konnte. Kristek zog für das erste ernsthaftere Foulspiel gleich die Rote Karte. Eine Vorentscheidung.
Der nächste Abwehr-Fauxpas führte zum Ausgleich: Nach einem Abschlag bewegte sich Libero Dietrich Schweitzer zu lethargisch zum Ball, so dass Veith dazwischensprinten konnte und keine Mühe hatte. Dem immer besser in Fahrt kommende Angreifer gelang es dann beim 2:1 die Deckung wieder zu foppen, als Machado von links geflankt und er sich an den zweiten Pfosten geschlichen hatte (19.). Als Ederbergland Druck aufgebaut hatte, sorgte ein umstrittener Pfiff für die Entscheidung. Weil Florian Schneider Veith beim Torschuss bedrängt hatte, zeigte Kristek auf den Punkt und Machado ließ sich die Chance nicht entgehen (64.).
|
"Dass wir von Anfang an in Kontersituationen kommen, ist unverständlich", kritisierte Werth, "wir sind nicht am Gegner oder Schiedsrichter gescheitert, sondern an unseren Fehlern."
Vier Minuten später gelang Machado sein zehntes Saisontor, weil Mario Klein die Abseitsfalle mit einem feinen Pass überlistet hatte. Der Torhunger der Spieler war jedoch erst nach dem Elfer von Björn Zarges und dem 5:2 des eingewechselten Zoran Vranesevic gestillt. Während Kreil durchatmen durfte ("Wir schauen auch nach hinten, haben jetzt aber eine richtig gute Ausgangssituation"), weiß Werth was die Stunde geschlagen hat: "Willkommen im Abstiegskampf, und zwar volle Pulle".
|