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    Der Verein - FC Ederbergland - Die Geschichte
 
                                                     Geschichte des Aufstiegs 1997/98: Vom "FC Obere Eder" zum Oberliga-Aufsteiger

Bericht zum Aufstieg in die 
Oberliga Hessen 
(Sonntag 24.Mai 1998)

 

 

24. Januar 1997: Der Fusions-Hammer kommt ganz unspektakulär daher. In einer 33 Zeilen langen Presseerklärung kündigen die Vorstände der Fußball-Abteilungen des Landesligisten SV Allendorf und des Oberligisten TSV Battenberg den Plan ihrer Auflösung und anschließenden Verschmelzung zu einem neuen Verein an. Das Vorhaben, die sportlichen und finanziellen Ressourcen zu einem schlagkräftigen Ganzen zu bündeln, startet unter dem Arbeitstitel "FC Obere Eder". "Bären"-Chef Eckhard Arnold formuliert als vorrangiges Ziel, "auf Dauer eine wettbewerbsfähige Oberliga-Mannschaft zu haben".
3. Februar 1997: Arnold nennt bei der Hauptversammlung der TSV-Fußballsparte Roß und Reiter: Die Allendorfer Viessmann-Werke werden sich als dritter Hauptsponsor neben den bisherigen Geldge bern Opel-Biebighäuser und Sauerland-Fertighaus für den "FC Obere Eder" finanziell engagieren.
21. Februar 1997: Auf dem Weg durch die Vereinsinstanzen erleiden die Fusions-Befürworter des SVA um Spartenleiter Claus Junghenn beinahe Schiffbruch. In der Abteilungsversammlung wird das vorgelegte Konzept nach leidenschaftlicher Diskussion mit der hauchdünnen Mehrheit von nur zwei Stimmen angenommen. Sorgen um die langfristige finanzielle Basis des neuen Klubs und um die Zukunft des vereint spielenden Personals, auch und gerade in der Jugend, kochen hoch. Bei Junghenn und Co. geht die Angst um, die Hauptversammlung des Gesamtvereins könne das Projekt abschmettern. Bei den Battenberger Kickem stoßen die Fusionspläne auf breite Zustimmung.
28. Februar/3. März 1997: Die Arbeit hinter den Kulissen und Appelle auf offener Bühne fruchten: Die Hauptversammlung des SVA stimmt mit unerwartet großer Mehrheit für die Vereinsneugründung. Eine Woche später geben die Mitglieder des TSV Battenberg in einem bloß noch formalen Akt ebenfalls ihren Segen.
18. März 1997: Kurt Biebighäuser bemüht das Wort von der "historischen Stunde": Die Gründungsversammlung des FC Ederbergland, auf diesen Namen hat man sich geeinigt, geht mit 119 Mitgliedern in Allendorf über die Bühne. Eckhard Amold wird zum ersten Vorsitzenden gewählt, Claus Junghenn zu seinem Stellvertreter. Im Verwaltungsrat, dem "Kontrollorgan für die Vermögensverwaltung des Vereins", sitzen unter anderen Vertreter der drei Sponsoren. Die Vereins- farben sind Rot-Weiß-Blau.
26. März 1997: Karl-Heinz Griese, bisheriger SVA-Coach, ist als Trainer der ersten Mannschaft für zunächst ein Jahr verpflichtet worden. Angestrebt werde eine "langfristige Zusammenarbeit", heißt es in einer Pressemitteilung. Grieses Hauptaufgabe: Aus zwei bestehenden Teams der Altvereine eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Michael Arnold wird verantwortlicher Mann für die Reserve, der amtierende "Bären"-Trainer Wolfgang Werth erhält das Amt eines "Sportlichen Leiters". 
1. Juni 1997: Durch eine 2:4-Niederlage in Willingen in der Relegationsrunde verspielt der TSV Battenberg seinen Platz in der Oberliga: Der neue FCE muß eins tiefer starten. "Es wäre besser gewesen, die Oberliga zu halten, da wir vom Potential her über zwei starke Mannschaften mit 30 Spielern verfügen", sagt Eckhard Arnold.
15. Juli 1997: Offizielle Vorstellung des Landesligisten FC Ederbergland. Trainer Griese spricht von einem "problemlosen Miteinander" in den ersten Trainingswochen. Das Vorbereitungsprogramm auf die Saison ist rekordverdächtig.
26. Juli 1997: Der FCE verdient sich als Gewinner des Waldeck- Frankenberger Supercups (2:0 über TSV Altenlotheim) seine ersten sportlichen Meriten.
8. August 1997: Der Saisonauftakt bringt ein 2:0 der Kategorie Arbeitssieg über die Spfr.
Burkhardsfelden. "Hauptsache gewonnen", sagt Kapitän Volker Seipp hinterher. Das Motto wird die Mannschaft der hochgewetteten Fusionierten in vielen Spielen begleiten.
31. August 1997: Vierter Spieltag. Der FCE guckt sich nach dem 5:2 in Michelbach die Tabelle der
Landesliga Mitte erstmals von ganz oben an. Vladimir Kovacevic erzielt drei Tore.
3. September 1997: Der fünfte Spieltag und der erste Punktverlust durch das 0:0 gegen den
TSV Großen-Linden.
20. September 1997: Am "verflixten" siebten Spieltag kassiert der FCE mit 3:5 in Gladenbach die erste Schlappe und fällt auf den vierten Platz zurück, fünf Punkte hinter Spitzenreiter Marburg. Trainer Grieses Erkenntnis: "So gut wie wir sind sicher noch etliche Klubs."
28. September 1997: Das 2:1 über Lich offenbart eine anhaltende spielerische Krise. "Wir spielen lustlos", sagt Stürmer Hardy Windhausen. Griese sieht das Selbstbewußtsein im Tief.
5. Oktober 1997: Die Kritik an Griese nimmt zu, Klagen, das Training sei zu wenig locker, zu ernst; dringen an die Öffentlichkeit. Nach dem 0:0 gegen Braunfels sagt der Trainer: "Ich kann das Training nicht so gestalten, daß wir mehr Zeit zum Lachen als zum Üben haben." Der krasse Leistungsabfall der letzten Wochen sei ihm selbst ein Rätsel, sagt er auch, bleibt aber, trotz der jetzt sieben Punkte Rückstand auf Marburg gelassen: Auch die besser plazierten Mannschaften könnten in ein Formtief rutschen.
18. Oktober 1997: In Marburg erreicht der FCE nach endlich wieder großer Leistung ein 1:1. Der VfB liegt fünf Zähler voraus.
15. November 1997: Nach acht Siegen und fünf Unentschieden abermals ein Schlag ins FCE-Kontor: In Steinbach setzt es zum Hinrundenabschluß mit 1:3 Niederlage Nummer zwei. "Jetzt sind es schon acht Punkte Rückstand auf Marburg, und der zweite Tabellenplatz wäre in der Endabrechnung für unsere Mannschaft zuwenig", sagt Libero Bamberger: "Normalerweise müßten wir ganz oben stehen." Trainer Griese spricht von einem "herben Rückschlag ".
9. November 1997: Der FCE- Vorstand teilt mit, daß Karl-Heinz Griese beurlaubt ist. Diese Möglichkeit hatte sich in den Tagen vorher schon angedeutet. Die Führungsspitze bescheinigt Griese zwar gute und engagierte Arbeit, sieht aber ein "gestörtes Vertrauensverhältnis zu Teilen der Mannschaft". Doch hinter dieser Entscheidung steht noch mehr, daran lassen Arnold und Co. kein Zweifel, nämlich ein "unnatürlich hoher Erwartungsdruck im Umfeld des FCE", eine Erwartungshaltung, "die, unabhängig von der Person des verantwortlichen Trainers, zum teil jede realistische Einschätzung der Situation des FC Ederbergland vermissen läßt". Nachfolger Grieses wird Wolfgang Werth.
24. November 1997: Zum Werth- Einstand gibt es einen 2:1-Sieg in Burkhardsfelden, Marburg verliert gleichzeitig. Der neue Trainer hat die Mannschaft auf einigen Positionen umgebaut und gleichzeitig die Spieler in die Pflicht genommen. "In den vergangenen Wochen wurde zuviel auf den Trainer abgewälzt, die Schuld nur bei Karl- Heinz Griese gesucht. Da haben es sich einige zu einfach gemacht. Jetzt muß die Mannschaft Verantwortung übernehmen."
22. Februar 1998: Nach dem 4:1 in Haiger und der VfB-Schlappe in Waldgirmes (2:4) verkürzt der FCE den Abstand zum Spitzenreiter auf zwei Punkte.
28. Februar 1998: Die "Viessmänner" (Braunfels’ Trainer Udo John) verdrängen durch ein Last- Minute-Tor von Kovacevic zum 2:1 über Michelbach die Marburger vom ersten Platz – der VfB trennt sich vom FSV Steinbach nur 2:2. Trainer Werth sagt nach dem glücklichen Erfolg: "Solche Spiele muß man auch gewinnen, wenn man den Aufstieg in die Oberliga schaffen will."
21. März 1998: Werths erste Niederlage mit dem FCE (1:2 gegen Gladenbach). "Noch ist absolut nichts verloren", sagt der Trainer. Neuer Erster ist SC Waldgirmes.
4. April 1998: Die Partie gegen Braunfels biegt der FCE in den Schlußminuten noch um, gewinnt 3:2 und ist wieder Tabellenführer, ..weil Waldgirmes in Wörsdorf stolpert (2:4). "Heute hat sie gezeigt, daß sie mit aller Macht aufsteigen will", sagt Werth über die Mannschaft.
27. April 1998: Die vereinigten Allendorfer und Battenberger zittern sich durch Efendics spätes Glückstor zu einem 1:1 im Gipfeltreffen mit Marburg und behaupten ihren Zwei-Punkte-Vorsprung. "Mit dem Unentschieden können wir gut leben", sagt Werth.
16. Mai 1998: Der vorletzte Schritt hin zur Meisterschaft. Nach zwei mageren 1:0-Erfolgen sorgt in Waldgirmes der eingewechselte Inacker mit einem Hattrick für ein 3:1. "Wenn wir wirklich aufsteigen, wa- ren es drei wichtige Tore", meint der Stürmer zu seinem Dreierpack.
23. Mai 1998: 1:0 gegen Steinbach: Der FCE ist am Ziel.